Katholische Kirchengemeinde Pinneberg


Caritas

Deutscher Caritas Verband

Wozu gibt es in den katholischen Gemeinden Gruppen von Menschen, die sich der Caritas-Arbeit widmen? Reicht es nicht aus, dass es Institutionen wie den Caritas-Verband und andere Wohlfahrtsverbände gibt, die Kindergärten, Alters- und Pflegeheime, Sozialstationen, Sucht- und Lebensberatung anbieten? Schon in der bekannten Geschichte aus dem Lukas-Evangelium (Lk 10,30-35) vom barmherzigen Samariter wird von zwei Hilfeleistungen erzählt: die akut notwendige Hilfe des Samariters, der zufällig des Weges daherkommt, und die professionelle Hilfeleistung der »Institution«, repräsentiert im Wirt der Herberge. Der Samariter delegiert seine Hilfe an den Wirt und setzt seinen Weg fort. Er versichert, gegebenenfalls weiter für den Überfallenen finanziell einzustehen.

Die hohe Spezialisierung sozialer Dienste verkürzt oft die ganzheitliche, menschliche Dimension der Hilfe. Ehrenamtliche soziale Arbeit in den katholischen Gemeinden vor Ort dagegen ist oft viel näher an den Menschen. Nichtprofessionelle Arbeit ist auch insofern wichtig, als sie die professionelle Hilfe absichert und ihr »Nachhaltigkeit« gibt.

Die kritische Frage lautet häufig: Warum eigentlich Mitmenschlichkeit mit Gott vermengen? Oder anders gefragt: Was hat Zuwendung zum Nächsten mit Gott zu tun, was Mitmenschlichkeit mit Religion? Sollten kirchliche »Sozialarbeiter« nicht alles dafür tun, fachlich gute Arbeit zu leisten? Geht es nicht vornehmlich darum, effektiv und nachhaltig zu helfen – wo und wie immer das möglich ist?
Wir sagen als Christen: Ohne das Festmachen in Gott könnte es sein, dass uns angesichts der vielgestaltigen Not der Atem ausgeht. Ohne eigene Gottesberührung könnte es sein, dass der Umgang mit fremdem Leid uns selbst zunehmend hart und unempfindsam macht. Ohne das Wissen um Gott könnte es sein, dass man sauer wird, wenn Anerkennung und Belobigung ausfallen. Ohne Gott ist es vielleicht ganz unmöglich, sogar Feinden Gutes zu wünschen oder gar zu tun.

Christen wissen, dass Christus nicht nur im Wort und Sakrament, sondern besonders auch in den Kleinen, den Geringen, den Armen, Kranken gegenwärtig ist. Der Dienst an diesen ist ein Dienst an Christus selbst. Diakonie (oder Caritas) ist eine Seite der Seelsorge. Sie ist »Verkündigung mit Händen und Füßen«. Sie ist »Sakrament der Schwester und des Bruders«, das vor den Kirchentüren gespendet wird. Seelsorge ist nur denkbar auf dem Hintergrund einer glaubhaften Sorge um den konkreten Menschen mit seinen Bedürfnissen und Nöten. In St. Katharina engagieren sich Menschen in der Caritasarbeit, weil sie den Menschen sagen wollen:

1. Du gehörst dazu.
Was unsere Gesellschaft oft kalt und unbarmherzig macht, ist die Tatsache, dass in ihr Menschen an den Rand gedrängt werden: die Arbeitslosen, die Ungeborenen, die psychisch Kranken, die Ausländer. Das Signal, auf welche Weise auch immer ausgesendet: »Du bist kein Außenseiter!«, »Du gehörst dazu«, das ist ein sehr aktuelles Werk der Barmherzigkeit.
2. Ich höre dir zu.
Die Hektik des modernen Lebens, die Ökonomisierung von Pflege und Sozialleistungen zwingt zu möglichst schnellem und effektivem Handeln. Es fehlt oft die Zeit, einem anderen einfach zuzuhören, paradoxerweise gerade im Zeitalter technisch perfekter, hochmoderner Kommunikation so dringlich wie nie zuvor!
3. Ich rede gut über dich.
Was heute oft fehlt, ist die Hochschätzung des anderen, ein grundsätzliches Wohlwollen für ihn und seine Anliegen und die Achtung seiner Person.
4. Ich gehe ein Stück mit dir.
Vielen ist mit einem guten Rat allein nicht geholfen. Es bedarf in der komplizierten Welt von heute oft einer Anfangshilfe, eines Mitgehens der ersten Schritte, bis der andere Mut und Kraft hat, allein weiterzugehen. Das Signal lautet: »Du schaffst das! Komm, ich helfe dir beim Anfangen!«
5. Ich teile mit dir.
Es wird auch in Zukunft keine vollkommene Gerechtigkeit auf Erden geben. Es braucht Hilfe für jene, die sich selbst nicht helfen können. Das Teilen von Geld und Gaben, von Möglichkeiten und Chancen wird in einer Welt noch so perfekter Fürsorge notwendig bleiben.
6. Ich besuche dich.
Den anderen in seinem Zuhause aufsuchen ist besser, als darauf zu warten, dass er zu mir kommt. Der Besuch schafft Gemeinschaft. Er holt den anderen dort ab, wo er sich sicher und stark fühlt. Eine Besuchskultur ist sehr kostbar.
7. Ich bete für dich.
Wer für andere betet, schaut auf sie mit anderen Augen. Er begegnet ihnen anders. Auch Nichtchristen sind dankbar, wenn für sie gebetet wird. Tun wir es füreinander, gerade dort, wo es Spannungen gibt, wo Beziehungen brüchig werden, wo Worte nichts mehr ausrichten. Gottes Barmherzigkeit ist größer als unsere Ratlosigkeit und Trauer.
Aus diesem christlichen Bewusstsein engagieren wir uns zurzeit konkret in folgenden Bereichen:

Kleiderkammer für Erwachsenenkleidung, dienstags von 10.30 bis 12.30 Uhr (außer in den Schulferien) im Gemeindehaus St. Michael, Fahltskamp 14, Pinneberg
1-Euro-Hilfe für Hilfebedürftige montags von 10 bis 12 Uhr im Pfarrbüro St. Michael, Fahltskamp 14, Pinneberg
Besuchsdienst für Seniorinnen und Senioren in der gesamten Pfarrei auf Anfrage und anlässlich der Geburtstage von Gemeindemitgliedern
Caritas-Sprechstunde zu folgenden Telefonsprechzeiten: Montag bis Freitag: 10 bis 12 Uhr, Telefon 0175 8878942. Außerhalb der Sprechzeiten können Sie uns gerne eine Nachricht hinterlassen. Wir rufen Sie zurück! Wir helfen Ihnen gern, geben Rat und Unterstützung und begleiten bei der Lösung von Problemen und bei der Klärung offener Fragen. Bei uns bekommen Menschen Informationen und Antworten. Wir bieten Gelegenheit, sich auszusprechen. Wir haben Zeit für Menschen und ihre Anliegen. Wir sind für jeden da und offen für Anliegen aller Art. Wir nehmen jedes Problem ernst und kümmern uns. Wir bieten Vertraulichkeit und kostenlose Hilfe.

Mit unserem sozialen Tun stehen wir in der Pfarrei St. Katharina zwischen Markt und Staat, zwischen Privatisierung und Verstaatlichung von Sozialleistung. Wir sind mit unseren sozialen Initiativen ein wichtiger Faktor für eine humane Weiterentwicklung unserer Gesellschaft.

Haben Sie Interesse, uns bei unseren vielfältigen Aufgaben zu unterstützen?
Dann melden Sie sich gern bei Diakon Guido Nowak oder Diakon Christian Woermann. Wir freuen uns auf Ihre Kompetenz, die uns hilft, den Menschen in unserer Nachbarschaft zu helfen.




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